Glossar – Begriffe und Abkürzungen aus dem Pharmaumfeld
Fachtermini kurz erklärt.
Im pharmazeutischen Umfeld wird eine Vielzahl von Abkürzungen benutzt. Sie dienen dazu, komplexe medizinische Begriffe und Konzepte auf eine kurze und prägnante Weise zu kommunizieren. Dies kann die Effizienz in der Kommunikation erhöhen, indem sie Zeit sparen und unnötige Wiederholungen vermeiden, allerdings sollten die Abkürzungen stets eindeutig und allgemein anerkannt sein, um Missverständnisse und potenzielle Gefahren für die Patientensicherheit zu vermeiden. In diesem Glossar finden Sie über 2.000 Abkürzungen und Akronyme aus dem Pharma- und Medizinproduktesektor in Deutsch und Englisch. Jede Abkürzung wird mit ihrer ausgeschriebenen Bedeutung und gegebenenfalls zusätzlichen Informationen oder Erklärungen versehen, um Ihnen ein besseres Verständnis zu ermöglichen. Monatlich stellen wir Ihnen aus dieser Datenbank einen Begriff vor und erläutern diesen noch ausführlicher.
A bis Z
APAC
Australian Pharmaceutical Advisory Council
ApBetrO
Apothekenbetriebsordnung
AphA
American Public Health Association
API
Wirkstoff
Active Pharmaceutical Ingredient
Auch DS Drug Substance oder BPC Bulk Pharmaceutical Chemical
APIC
Active Pharmaceutical Ingredient Committee
International besetztes Gremium der CEFIC, das Richtlinien für Wirkstoffe erarbeitet und veröffentlicht.
APISM
API Startmaterial
API Starting Material
APMA
Australian Pharmaceutical Manufacturers Association
ApoG
Apothekengesetz
APR
Jährlicher Produkt Review
Annual Product Review
Review bedeutet Durchsicht der Dokumentation.
APS
Aseptic Process Simulation
Aseptische Prozess Simulation
Neuer Begriff für Media Fill; Wird bei der aseptischen Fertigung im Anhang 1 des EU GMP-Leitfadens gefordert.
APV
Arbeitsgemeinschaft für pharmazeutische Verfahrenstechnik e.V.
AQ
Authorised with qualifications
AQAP
Allied Quality Assurance Publication
AQL
Annehmbares Qualitätsniveau
Acceptabel Quality Level
AQL gibt eine Gut- oder Annahmegrenze an, d.h. welcher Fehleranteil mit großer Wahrscheinlichkeit durch den vorgegebenen Stichprobenplan noch angenommen wird.
AQS
Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in der Medizin
AR
Jahresbericht
Annual Report
In den USA gefordert
AR
Authorisation reneval
AR
Augumented Reality
Anwendung der Digitalisierung
Area9 Lyceum
Anbieter der adaptiven Lernplattform
Area9U
Zertifizierung zur Erstellung adaptiver Lernprogramme
ArgeVet
Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesveterinärbehörden
In Deutschland
ASCII
American Standard Code for Information Interchange
ASCO
American Society of Clinical Oncology
ASI
Artificial Superintelligence
KI, die intelligenter ist als ein Mensch.
Abkürzung des Monats
Abkürzung September - CTIS
Abkürzung August - CAPA
Abkürzung Juli - OOT
Abkürzung Juli - OOT
Abkürzung Juni - OOS
Abkürzung Mai - GEP

Was bedeutet die Abkürzung CTIS?
- Definition: Das Clinical Trials Information System (CTIS) ist die zentrale EU-Plattform für die Einreichung, Bewertung und Verwaltung von klinischen Prüfungen nach der EU Clinical Trial Regulation (CTR) Nr. 536/2014.
- Ziel: CTIS vereinheitlicht und digitalisiert Verfahren klinischer Prüfungen, erleichtert Sponsoren und Prüfern die Antragsstellung und erhöht die Transparenz durch veröffentlichte Studieninformationen.
- Geltungsbereich: CTIS ist für alle klinischen Prüfungen in der Europäischen Union verbindlich. Es wird sowohl von Sponsoren (z. B. Pharmaunternehmen, CROs) als auch von Ethikkommissionen und Behörden genutzt.
- Regulatorische Bedeutung: Seit dem Inkrafttreten der CTR im Jahr 2022 ist die Nutzung von CTIS verpflichtend. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) betreibt die Plattform, die rechtlich als zentrale Anlaufstelle für klinische Prüfungen in Europa fungiert.
- Unterschied zu ähnlichen Begriffen: Während die CTR die rechtliche Grundlage für klinische Prüfungen darstellt, ist CTIS das technische Werkzeug zur praktischen Umsetzung. Es bildet die Schnittstelle zwischen Antragstellern, Behörden und Öffentlichkeit.
Unsere Seminare zu klinischen Prüfungen und GCP zeigen Ihnen praxisnah, wie Sie CTIS effizient nutzen und regulatorische Anforderungen sicher umsetzen.

Was bedeutet die Abkürzung CAPA?
- Definition: Corrective and Preventive Action (CAPA) bezeichnet ein systematisches Verfahren zur Identifikation, Analyse, Korrektur und Vorbeugung von Qualitätsmängeln oder Abweichungen im pharmazeutischen Qualitätssystem.
- Ziel: CAPA-Maßnahmen dienen dazu, die unmittelbaren Ursachen von Abweichungen oder Fehlern zu beseitigen und künftigen Wiederholungen durch gezielte Präventionsstrategien vorzubeugen.
- Geltungsbereich: CAPA wird in allen GMP-relevanten Bereichen eingesetzt, insbesondere in der Herstellung, Qualitätskontrolle und bei Audits sowie im Rahmen der Bearbeitung von Abweichungen, OOS- und OOT-Fällen.
- Regulatorische Bedeutung: CAPA ist fester Bestandteil von GMP und ISO 9001 sowie internationaler regulatorischer Anforderungen. Behörden wie EMA und FDA fordern nachvollziehbare CAPA-Prozesse als Nachweis für ein wirksames Qualitätsmanagementsystem.
- Unterschied zu ähnlichen Begriffen: Während CAPA sowohl korrektive als auch präventive Maßnahmen umfasst, beziehen sich reine Korrekturmaßnahmen (CA) nur auf die unmittelbare Beseitigung eines Problems, ohne die zugrundeliegende Ursache systematisch zu adressieren.
Unsere Intensivschulungen Hygienebeauftragte im GMP-Umfeld vermitteln praxisnah, wie CAPA-Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Hygienestandards beitragen.

Was bedeutet die Abkürzung OOT?
- Definition: Out of Trend (OOT) bezeichnet ein Prüfergebnis, das innerhalb der Spezifikationen liegt, aber vom gewohnten Trendverlauf abweicht.
- Ziel: OOT-Ergebnisse helfen, frühzeitig mögliche Prozessveränderungen oder Stabilitätsprobleme zu erkennen.
- Geltungsbereich: Der Begriff wird vor allem in der Stabilitätsprüfung, Prozessanalytik und im Product Quality Review (PQR) verwendet.
- Regulatorische Bedeutung: OOT-Auswertungen sind Bestandteil moderner Qualitätssysteme. Behörden erwarten geeignete Verfahren zur Trendüberwachung.
- Unterschied zu OOS: OOT liegt innerhalb der Spezifikationen, zeigt aber eine auffällige Abweichung. OOS liegt außerhalb der Spezifikation.
Mehr zum Thema? Unsere Seminare zur Qualitätskontrolle zeigen, wie Sie OOT sicher erkennen und bewerten.

Was bedeutet die Abkürzung OOT?
- Definition: Out of Trend (OOT) bezeichnet ein Prüfergebnis, das innerhalb der Spezifikationen liegt, aber vom gewohnten Trendverlauf abweicht.
- Ziel: OOT-Ergebnisse helfen, frühzeitig mögliche Prozessveränderungen oder Stabilitätsprobleme zu erkennen.
- Geltungsbereich: Der Begriff wird vor allem in der Stabilitätsprüfung, Prozessanalytik und im Product Quality Review (PQR) verwendet.
- Regulatorische Bedeutung: OOT-Auswertungen sind Bestandteil moderner Qualitätssysteme. Behörden erwarten geeignete Verfahren zur Trendüberwachung.
- Unterschied zu OOS: OOT liegt innerhalb der Spezifikationen, zeigt aber eine auffällige Abweichung. OOS liegt außerhalb der Spezifikation.

Was bedeutet die Abkürzung OOS?
- Definition: Out Of Specification (OOS) bezeichnet Analyseergebnisse, die außerhalb der festgelegten Spezifikationen liegen und nicht den zuvor definierten Akzeptanzkriterien entsprechen.
- Ziel: OOS-Resultate dienen der frühzeitigen Identifikation von Abweichungen, die auf Qualitätsprobleme, methodische Fehler oder Probenverwechslungen hinweisen können.
- Geltungsbereich: Der Begriff wird insbesondere in der Qualitätskontrolle verwendet, z. B. bei Freigabeanalysen von Wirkstoffen, Zwischenprodukten oder Fertigprodukten. Auch Stabilitätsdaten können OOS sein.
- Regulatorische Bedeutung: OOS-Ergebnisse unterliegen klaren Vorgaben zur Untersuchung und Dokumentation. Behörden wie die FDA oder EMA fordern eine systematische OOS-Bewertung und, sofern notwendig, ein CAPA-gestütztes Vorgehen zur Ursachenklärung und Behebung.
- Unterschied zu OOT: Während OOS eine klare Überschreitung der Spezifikationsgrenzen bedeutet, beschreibt Out Of Trend (OOT) eine auffällige Abweichung vom Erwartungswert: etwa in einem Stabilitätsverlauf, innerhalb der Spezifikation.
Mehr zum Thema? Unsere Seminare rund um Qualitätskontrolle und GMP im Labor zeigen praxisnah, wie Sie regulatorische Anforderungen sicher umsetzen.

Was bedeutet die Abkürzung GEP?
- Definition: Good Engineering Practice (GEP) beschreibt anerkannte ingenieurtechnische Standards, die bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb pharmazeutischer Anlagen angewendet werden.
- Ziel: GEP sorgt dafür, dass technische Lösungen nicht nur funktional, sondern auch nachvollziehbar, qualifizierbar und mit den Anforderungen aus GMP und GDP vereinbar sind.
- Geltungsbereich: GEP findet Anwendung in allen Projektphasen: von der Planung über die Bauausführung bis zur Inbetriebnahme und legt damit die Grundlage für die spätere GMP-Compliance.
- Regulatorische Bedeutung: Zwar ist GEP nicht direkt gesetzlich verankert, wird aber als Voraussetzung für qualifizierbare Systeme und Prozesse im Sinne der GMP verstanden.
- Bezug zum Baurecht: GEP schafft im Pharma-Bauprojekt die Verbindung zwischen Baurecht und GMP. Wer GMP-konform bauen will, muss GEP-konform planen, etwa über klare Vorgaben in URS, Leistungsverzeichnis und Vertrag.
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Adressat sind Apotheken. Neu in 2012