Glossar – Begriffe und Abkürzungen aus dem Pharmaumfeld
Fachtermini kurz erklärt.
Im pharmazeutischen Umfeld wird eine Vielzahl von Abkürzungen benutzt. Sie dienen dazu, komplexe medizinische Begriffe und Konzepte auf eine kurze und prägnante Weise zu kommunizieren. Dies kann die Effizienz in der Kommunikation erhöhen, indem sie Zeit sparen und unnötige Wiederholungen vermeiden, allerdings sollten die Abkürzungen stets eindeutig und allgemein anerkannt sein, um Missverständnisse und potenzielle Gefahren für die Patientensicherheit zu vermeiden. In diesem Glossar finden Sie über 2.000 Abkürzungen und Akronyme aus dem Pharma- und Medizinproduktesektor in Deutsch und Englisch. Jede Abkürzung wird mit ihrer ausgeschriebenen Bedeutung und gegebenenfalls zusätzlichen Informationen oder Erklärungen versehen, um Ihnen ein besseres Verständnis zu ermöglichen. Monatlich stellen wir Ihnen aus dieser Datenbank einen Begriff vor und erläutern diesen noch ausführlicher.
A bis Z
ACPE
American Council on Pharmaceutical Education
ACPH
Luftwechsel pro Stunde
Air Changes per hour
ad man. med.
Zu Händen des Arztes
ad manum medici (lat.)
ADC
Antikörper Wirkstoff Konjugate
Antibody Drug Conjugate
Vereinigung von kleinen Molekülen mit Biologika: neue Generation hochaktiver Arzneimittel
ADD
Acceptable Daily Dose
ADE
Adverse Drug Experience
ADHS
Aufmerksamkeitsdefizit-, Hyperaktivitätssyndrom
ADI
Acceptable Daily Intake
Akzeptanzkriterium von bestimmten Stoffen, z.B. Detergentien, im Rahmen der Reinigungsvalidierung
ADISS
Analytical Data Interchange and Storage Standards
Standard für den Datenaustausch und die Datenspeicherung im analytischen Umfeld
AdkÄ
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Die AkdÄ ist nach Arzneimittelgesetz (AMG § 62) Stufenplanbeteiligte.
ADME
Adsorption, Distribution, Metabolisierung, Elimination
Prüfung der Resorption, Aufnahme der gelösten Wirksubstanz, Verteilung im Körper, Abbauprodukte und Ausscheidung eines Arzneistoffes
ADR
Arzneimittelnebenwirkung
Adverse Drug Reaction
Auch AR Adverse Reaction, Nebenwirkung
AE
Unerwünschtes Ereignis
Adverse Event
Jedwede unerwünschte Begleiterscheinung bei der Behandlung mit Arzneimitteln, unabhängig davon, ob ein Zusammenhang mit dem Arzneimittel vermutet wird oder nicht.
AES
Atomemissions-Spektroskopie
Analysenverfahren
AESGP
Association of the European Self-Medication Industry
Dachverband der europäischen Hersteller von Arzneimitteln für die Selbstmedikation
AEUV
Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
Ein Bestandteil des Vertrags von Lissabon, welcher an die Stelle des EG-Vertrages tritt.
AfAM
Arbeitsgruppe für Tierarzneimittel der ArgeVet
Referatsleiter der für das Tierarzneimittelwesen zuständigen Referate der obersten Landesveterinärbehörden
AFNOR
Association Francaise de Normalisation, Organisation für technische Normen in Frankreich
AG AATB
Arbeitsgruppe Arzneimittel-, Apotheken-, Transfusions- und Betäubungsmittelwesen der AOLG
Referatsleitungen der Pharmaziereferate der obersten Landesgesundheitsbehörden in Deutschland, früher AG AAMP Ausschuss für Arzneimittel-, Apothekenwesen und Medizinprodukte
AG TAM
Arbeitsgruppe für Tierarzneimittel
Organisationseinheit bei der LAGV
AGES
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
Austrian Agency for Health and Food Safety
Die AGES ist im Eigentum der Republik Österreich. Ihre Aufgaben ergeben sich aus dem Gesundheits- und Ernährungssicherungsgesetz und der europäischen Lebensmittelsicherheitspolitik.
AGG
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
Gesetz zur Umsetzung europäischer Richtlinien zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von 2006
AGI
Artificial General Intelligence
Kann Aufgaben lösen, die bisher nur Menschen konnten.
AGILE
agiles (lat.) : flink, beweglich
"Je mehr du nach Plan arbeitest, desto mehr bekommst du das, was du geplant hast, aber nicht das, was du brauchst."
Abkürzung des Monats
Abkürzung September - CTIS
Abkürzung August - CAPA
Abkürzung Juli - OOT
Abkürzung Juli - OOT
Abkürzung Juni - OOS
Abkürzung Mai - GEP

Was bedeutet die Abkürzung CTIS?
- Definition: Das Clinical Trials Information System (CTIS) ist die zentrale EU-Plattform für die Einreichung, Bewertung und Verwaltung von klinischen Prüfungen nach der EU Clinical Trial Regulation (CTR) Nr. 536/2014.
- Ziel: CTIS vereinheitlicht und digitalisiert Verfahren klinischer Prüfungen, erleichtert Sponsoren und Prüfern die Antragsstellung und erhöht die Transparenz durch veröffentlichte Studieninformationen.
- Geltungsbereich: CTIS ist für alle klinischen Prüfungen in der Europäischen Union verbindlich. Es wird sowohl von Sponsoren (z. B. Pharmaunternehmen, CROs) als auch von Ethikkommissionen und Behörden genutzt.
- Regulatorische Bedeutung: Seit dem Inkrafttreten der CTR im Jahr 2022 ist die Nutzung von CTIS verpflichtend. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) betreibt die Plattform, die rechtlich als zentrale Anlaufstelle für klinische Prüfungen in Europa fungiert.
- Unterschied zu ähnlichen Begriffen: Während die CTR die rechtliche Grundlage für klinische Prüfungen darstellt, ist CTIS das technische Werkzeug zur praktischen Umsetzung. Es bildet die Schnittstelle zwischen Antragstellern, Behörden und Öffentlichkeit.
Unsere Seminare zu klinischen Prüfungen und GCP zeigen Ihnen praxisnah, wie Sie CTIS effizient nutzen und regulatorische Anforderungen sicher umsetzen.

Was bedeutet die Abkürzung CAPA?
- Definition: Corrective and Preventive Action (CAPA) bezeichnet ein systematisches Verfahren zur Identifikation, Analyse, Korrektur und Vorbeugung von Qualitätsmängeln oder Abweichungen im pharmazeutischen Qualitätssystem.
- Ziel: CAPA-Maßnahmen dienen dazu, die unmittelbaren Ursachen von Abweichungen oder Fehlern zu beseitigen und künftigen Wiederholungen durch gezielte Präventionsstrategien vorzubeugen.
- Geltungsbereich: CAPA wird in allen GMP-relevanten Bereichen eingesetzt, insbesondere in der Herstellung, Qualitätskontrolle und bei Audits sowie im Rahmen der Bearbeitung von Abweichungen, OOS- und OOT-Fällen.
- Regulatorische Bedeutung: CAPA ist fester Bestandteil von GMP und ISO 9001 sowie internationaler regulatorischer Anforderungen. Behörden wie EMA und FDA fordern nachvollziehbare CAPA-Prozesse als Nachweis für ein wirksames Qualitätsmanagementsystem.
- Unterschied zu ähnlichen Begriffen: Während CAPA sowohl korrektive als auch präventive Maßnahmen umfasst, beziehen sich reine Korrekturmaßnahmen (CA) nur auf die unmittelbare Beseitigung eines Problems, ohne die zugrundeliegende Ursache systematisch zu adressieren.
Unsere Intensivschulungen Hygienebeauftragte im GMP-Umfeld vermitteln praxisnah, wie CAPA-Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Hygienestandards beitragen.

Was bedeutet die Abkürzung OOT?
- Definition: Out of Trend (OOT) bezeichnet ein Prüfergebnis, das innerhalb der Spezifikationen liegt, aber vom gewohnten Trendverlauf abweicht.
- Ziel: OOT-Ergebnisse helfen, frühzeitig mögliche Prozessveränderungen oder Stabilitätsprobleme zu erkennen.
- Geltungsbereich: Der Begriff wird vor allem in der Stabilitätsprüfung, Prozessanalytik und im Product Quality Review (PQR) verwendet.
- Regulatorische Bedeutung: OOT-Auswertungen sind Bestandteil moderner Qualitätssysteme. Behörden erwarten geeignete Verfahren zur Trendüberwachung.
- Unterschied zu OOS: OOT liegt innerhalb der Spezifikationen, zeigt aber eine auffällige Abweichung. OOS liegt außerhalb der Spezifikation.
Mehr zum Thema? Unsere Seminare zur Qualitätskontrolle zeigen, wie Sie OOT sicher erkennen und bewerten.

Was bedeutet die Abkürzung OOT?
- Definition: Out of Trend (OOT) bezeichnet ein Prüfergebnis, das innerhalb der Spezifikationen liegt, aber vom gewohnten Trendverlauf abweicht.
- Ziel: OOT-Ergebnisse helfen, frühzeitig mögliche Prozessveränderungen oder Stabilitätsprobleme zu erkennen.
- Geltungsbereich: Der Begriff wird vor allem in der Stabilitätsprüfung, Prozessanalytik und im Product Quality Review (PQR) verwendet.
- Regulatorische Bedeutung: OOT-Auswertungen sind Bestandteil moderner Qualitätssysteme. Behörden erwarten geeignete Verfahren zur Trendüberwachung.
- Unterschied zu OOS: OOT liegt innerhalb der Spezifikationen, zeigt aber eine auffällige Abweichung. OOS liegt außerhalb der Spezifikation.

Was bedeutet die Abkürzung OOS?
- Definition: Out Of Specification (OOS) bezeichnet Analyseergebnisse, die außerhalb der festgelegten Spezifikationen liegen und nicht den zuvor definierten Akzeptanzkriterien entsprechen.
- Ziel: OOS-Resultate dienen der frühzeitigen Identifikation von Abweichungen, die auf Qualitätsprobleme, methodische Fehler oder Probenverwechslungen hinweisen können.
- Geltungsbereich: Der Begriff wird insbesondere in der Qualitätskontrolle verwendet, z. B. bei Freigabeanalysen von Wirkstoffen, Zwischenprodukten oder Fertigprodukten. Auch Stabilitätsdaten können OOS sein.
- Regulatorische Bedeutung: OOS-Ergebnisse unterliegen klaren Vorgaben zur Untersuchung und Dokumentation. Behörden wie die FDA oder EMA fordern eine systematische OOS-Bewertung und, sofern notwendig, ein CAPA-gestütztes Vorgehen zur Ursachenklärung und Behebung.
- Unterschied zu OOT: Während OOS eine klare Überschreitung der Spezifikationsgrenzen bedeutet, beschreibt Out Of Trend (OOT) eine auffällige Abweichung vom Erwartungswert: etwa in einem Stabilitätsverlauf, innerhalb der Spezifikation.
Mehr zum Thema? Unsere Seminare rund um Qualitätskontrolle und GMP im Labor zeigen praxisnah, wie Sie regulatorische Anforderungen sicher umsetzen.

Was bedeutet die Abkürzung GEP?
- Definition: Good Engineering Practice (GEP) beschreibt anerkannte ingenieurtechnische Standards, die bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb pharmazeutischer Anlagen angewendet werden.
- Ziel: GEP sorgt dafür, dass technische Lösungen nicht nur funktional, sondern auch nachvollziehbar, qualifizierbar und mit den Anforderungen aus GMP und GDP vereinbar sind.
- Geltungsbereich: GEP findet Anwendung in allen Projektphasen: von der Planung über die Bauausführung bis zur Inbetriebnahme und legt damit die Grundlage für die spätere GMP-Compliance.
- Regulatorische Bedeutung: Zwar ist GEP nicht direkt gesetzlich verankert, wird aber als Voraussetzung für qualifizierbare Systeme und Prozesse im Sinne der GMP verstanden.
- Bezug zum Baurecht: GEP schafft im Pharma-Bauprojekt die Verbindung zwischen Baurecht und GMP. Wer GMP-konform bauen will, muss GEP-konform planen, etwa über klare Vorgaben in URS, Leistungsverzeichnis und Vertrag.
Mehr zum Thema? Unser Paketangebot zeigt, wie GMP- und GDP-Anforderungen bei Bauprojekten von Anfang an richtig umgesetzt werden.



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